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Das Jahr geht zu Ende...

Wieder einmal neigt sich ein Jahr seinem Ende entgegen. Machtlos muss es zusehen, wie wir in Euphorie geraten, Pläne schmieden, uns gegenseitig das Beste fürs kommende Jahr wünschen, das bald schon an die Stelle des alten treten mag. So wie jedes Jahr. Wir wünschen uns das Beste und schauen in die Zukunft mit Hoffnung im Herzen und dem Wunsch, das alles besser wird.

Ich frage mich: Warum so pessimistisch? War denn alles schlecht dieses Jahr? Haben wir keine Glücksmomente gehabt?

Doch, sicherlich hatten wir die. Sonst würden wir wohl nicht mit einem weinenden Auge zurückschauen, wehmütig der alten Zeiten gedenken. Früher, da war immer alles besser.

Die menschlichen Erinnerungen sind seltsam. Zum einen behalten sie nur die schlechten Dinge. Wenn man einen fragt, wie sein Jahr war und was er alles erlebt hat, kann er oft nur tragische Geschichten erzählen, Trauermomente. Einzelne Daten wie Hochzeiten, Geburtstage und Ehrungen leuchten dann wie Kerzen in der Dunkelheit, als seien sie das einzig positive, was wir erlebt haben.

Wer erinnert sich noch an das Lächeln der alten Frau, als er ihr beim Tragen der Einkaufstasche geholfen hat? An das Lob des Lehrers, der seinen Schülern die gute Mitarbeit anerkennt? Die Freude in den Augen des Kindes, dass dankbar die Tafel Schokolade annimmt?

Selten wird dies genannt, wenn man zurückblickt. Erst, wenn ein frecher Kommentar kommt, dass man selbst immer sage, früher war alles so schlecht, werden diese Erinnerungen ausgegraben. Ja, wir erinnern uns. Natürlich, so hat es die Natur schließlich gewollt.

Dennoch erinnern wir uns immer erst im Nachhinein. Erst, wenn man sich fragt: "War denn alles so schlecht?" wird man nachdenklich und sucht die guten Dinge im Leben.

Bin ich naiv, mir zu wünschen, dass sich das ändert? Vielleicht bin ich das. Und doch gibt dieser Wunsch Hoffnung. Irgendwer dort draußen wird genauso denken. Möglicherweise treffe ich ihn nächstes Jahr. Dann können wir uns gemeinsam erinnern. Nicht an die Zeit vorher, bevor wir uns trafen, sondern an den Moment unserer ersten Begegnung. Es war nicht alles schlecht!

 

Das Jahr geht zu Ende. Und mit ihm kommt ein Neues. Gute und schlechte Erinnerungen sind nicht alles, was wir brauchen. Es gehört auch Hoffnung dazu. Ein Funken, der das Feuer wieder zum Brennen bringt.

Dieser Funke kann unterschiedlicher Natur sein. Für manche reicht es, wieder eine größere Anzahl an Urlaubstagen zu haben, die man nach Belieben über das ganze Jahr verteilen kann. Andere erfreuen sich der Reisen, die sie unternehmen werden. Wieder andere schauen auf ihr Konto und sehen mit Genugtuung die Zinsen, die am ersten Januar eingezahlt werden.

Neujahr, das ist für viele der Startschuss, sich Vorsätze zu machen. Im nächsten Jahr wird alles besser. Wird es das? Man weiß es nicht und doch will man alles dafür geben. Mit dem Rauchen aufhören, keinen Alkohol mehr trinken, mehr lernen, ...

Vorsätze gibt es jede Menge. Ein wunder, dass Langenscheidt noch nicht das Wörterbuch der Vorsätze herausgebracht hat.

Auch ich werde mir einiges fürs kommende Jahr vornehmen. Ohne geht ja gar nicht. Doch all diese Vorsätze sind für die Zukunft, das Morgen. Was eigentlich zählt ist das Heute, denn das ist das Ergebnis unserer Taten in der Vergangenheit und der Schlüssel zu neuen Wegen in der Zukunft. Und so will ich mir vor allem eines vornehmen: Weiterhin im Hier und Jetzt leben. Wer garantiert mir schon eine Zukunft? Dafür muss ich ganz alleine sorgen...

31.12.11 01:57
 


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