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Fernweh

Wenn man trotz all dem schlimmen Fernweh
von da draußen leider gar nix weiß...

Ein Funken kann ausreichen, um das größte Feuer zu entzünden. Manchmal ist es schon allein die Tatsache, mehr als zwei Wochen Zeit zu haben. Dann werden gerne mal Ersparnisse ausgeschöpft und Hals über Kopf in die weite Welt hinausgerannt. Soll ich mich dafür schämen?

Es gibt viele Gründe, nun nicht den Kopf zu verlieren und rational zu handeln. Wer weiß, was mir die Zukunft noch bringt, sollte ich da nicht einen Notgroschen beiseite legen? Aber  wie viel ist ein Notgroschen und wann brauche ich ihn? Wenn die Wirtschaftskrise so weitergeht, ist mein Geld später überhaupt noch so viel wert? Überwiegen da nicht schon längst die Erfahrungen, die ich im Ausland machen kann?

Fragen über Fragen. Als kenne jemand die Antwort. Ich werde es wohl niemals erfahren, was wäre wenn... Doch sollte es ein Fehler gewesen sein, dass ich meinem Fernweh nachgegeben habe, dann werde ich das erfahren. Bis dahin gilt es: Nicht drüber nachdenken. Jetzt ist es sowieso zu spät.

Fernweh. Das bringt nicht nur die Frage nach dem wie und wann, nach dem wo und mit wem. Es bringt auch die Frage, wen man zurücklässt und was man verpasst. Ob hier oder dort, die Erde dreht sich weiter, auch ohne mich werden Dinge geschehen, die meine Freunde erleben. Zu gehen bedeutet, etwas zurücklassen.  Zu gehen bedeutet, keinen Einfluss mehr nehmen. Vielleicht bedeutet es auch, sich ein Stück zu entfremden. Schließlich wird man sich durch die neuen Erfahrungen selbst verändern, aber auch seine Freunde und Familie mit ihren Erfahren alleine lassen.

Es ist nicht leicht, die Tür hinter sich zu schließen und den Schlüssel zurückzulassen. Es kann Erleichterung und Freude bedeuten. Abenteuer, Spaß, Erfahrung. Es kann aber auch eine Last sein, qualvoll und schwer, traurig, einsam. Fest steht, dass es anders ist.

Ich für meinen Teil habe mich bereits entschieden. Anders sein heißt für mich auch, den Horizont zu erweitern. Gleich einem Faust strebe ich genau danach, denn wie er habe ich noch nicht die Liebe gefunden, die Seelenruhe, die mich an einem Ort hält und mir den Frieden gibt, den ich suche. So bedeutet jede neue Erfahrung ein neues Abenteuer, ein bisschen Leben, dass mir keiner mehr nehmen kann.

Also Daumen hoch und volle Fahrt voraus!

29.12.11 01:10


Spaß ist...

 

 ...einfach mal loslassen. Vergessen wir Epikur, vergessen wir die Stoiker, leben wir einfach unsere Lüste. Wenn das bedeutet, bei fast 0°C auf einem vermatschten Platz in der Dunkelheit zu stehen und Bilder von Freunden zu machen, die gleichfalls ihre Lüste leben und ein bisschen mit Feuer spielen, dann soll das wohl so sein. Sollte danach eine Erkältung oder gar eine Grippe folgen, stellt sich nur die Frage, obe s das auch wert war. In meinem Fall kommt hier ein ganz klares JA!

Heißt das nun, nichts mehr tun? Ganz sicher nicht. Es heißt einzig und allein, nicht immer alles tun. Manchmal muss man schließlich auch mal abschalten und loslassen, um hinterher wieder richtig durchzustarten. Wer das allerdings immer tut, wird nie mehr in Fahrt kommen. Darum werde ich mich jetzt auch wieder den Dingen widmen, die ich für dieses Shooting habe sausen lassen.

18.12.11 16:55


Hamburg hinter uns

"Dieser Winter hier ist schwierig zu ertragen, die grauen Straßen an diesen sonnenleeren Tagen..."

Besser könnte ich es auch nicht formulieren. Was tut man, wenn einem der graue Alltag zu viel wird? Eine Patentlösung habe ich leider noch nicht gefunden. Vielleicht gibt es gar keine.

Fest steht, dass dieser Winter wie so viele zuvor schon für meinen Geschmack zu grau ist. Entweder Schnee oder Sonne, aber diese Pampe dort oben am Himmel ist schrecklich! Winterdepressionen ahoi!

"Ich will nicht warten, bis es aufhört zu regnen, ich will hier raus zurück nach Californien..."

Mag gut sein, dass ich noch nie in Californien war, aber hey, dort ist es sonnig, warm, fast das ganze Jahr lang. Gut, momentan toben dort ein paar Stürme, die das Leben auch nicht wirklich schöner machen, aber so rein von der Theorie her ist es dort jetzt schöner als hier.

 

Ja, es macht Spaß, sich auf diese Weise alles schön zu reden. Beziehungsweise schlecht, denn so wie ich es gerade schildere, ist ja alles andere gut nur nicht das, was ich hier habe. Scheint so, als habe ich bereits eine ausgemachte Winterdepression. Wie schön!

Doch es gibt Anlass zur Freude: Ich bin eigentlich recht guter Dinge was das restliche Wochenende anbelangt. Wenn es nicht schön ist, muss man es sich eben schön machen.

Und damit höre ich für heute auch auf. Kleiner Tipp noch: Die Songzeilen oben stammen aus dem Lied "Hamburg hinter uns" von Revolverheld. Kann ich nur empfehlen. Und nun: Adieu ;-)

3.12.11 18:44


Liebes Weihnachten...

am 24. Dezember ist es so weit und du klopfst an die Tür. Reinlassen tun wir dich erst am 25., solange musst du dann doch noch ausharren, aber sieh es positiv: Dadurch bekommst du wenig mit von dem ganzen Trubel, der an Heiligabend herrscht. Familien, die sich nicht aushalten können, harren gemeinsam aus und warten darauf, sich wieder voneinander trennen zu können. Kinder, denen es nur ums Geld geht, sind unzufrieden, dass sie keine Playstation, kein neues Handy oder sonst etwas bekommen haben. Überall wird auf heile Welt gespielt in der Hoffnung, das man sich nicht streiten werde. Dabei ist das alles bedrückender als ein ordentlicher Streit.

Herrje, ich möchte keinem Weihnachten schlechtreden. Für einige gibt es tatsächlich noch Besinnlichkeit, Ruhe und Frieden. Für alle anderen, die im Stress untergehen und gar nicht mehr die schönen Dinge sehen, wünsche ich mir eigentlich, dass Weihnachten abgeschafft wird. Was soll man auch damit, wenn es völlig im Kaufrausch untergeht: Wer hat das teuerste Geschenk, wo gibts Luxus im Sonderangebot?

Na danke.

Eigentlich wollte ich heute Plätzchen backen. Bei dem Gedanken daran, das in Anwesenheit meiner Mutter zu machen, die mich angehalten hat, ja nur eine Sorte und von der bloß nicht zu viel zu backen, hatte ich dann allerdings doch keine Lust mehr. Da lerne ich doch lieber Mathe!

Gut, das Plätzchen backen habe ich auf morgen verschoben, da habe ich mehr oder weniger sturmfreie Bude. Und der Weihnachtsmarkt? Gut, dass der dieses Jahr auch ausfällt. Noch einmal krank werden und mich zu Tode langweilen, zwischen Fressbuden und Glühweinständen zu wandern und mich von andern Menschen erdrücken zu lassen muss ich echt nicht. Klar, ein Weihnachtsmarkt kann wirklich schön sein, aber mal ehrlich, viel kaufen tut man dort ja doch nicht. Da alles nur überteuert ist und selten dem Geschmack entspricht...

Bleiben noch die wunderschönen Tannenbäume. Hachja, jedes Jahr derselbe Terror: Wer schmückt den Baum, wer macht den Dreck hinterher weg. Zum Glück gibt es Kunststoff, dadurch entfällt wenigstens der leidige Geruch und das wegkehren der Nadeln. Herzlichen Glückwunsch, es lebe die schöne neue Welt. Pinke Tannenbaumkugeln, schwarze Engel in Rockermontur, Lametta und bunte Lichter überall. Nein danke?!

Scharf darauf, durch die Innenstadt zu wandern und all den Kaufrauschsüchtigen zu begegnen bin ich leider auch nicht, weshalb es mir wohl nicht sehr leicht fallen dürfte, mir die nötigen Schullektüren zu besorgen. Super, ganz große Klasse.

Es bleibt noch die schöne Tradition des Adventskalenders. Schokolade, jeden Tag ein neues Türchen(oder Söckchen oder was auch immer). Sicherlich ein Spaß. Wäre es ein selbstgemachter Kalender, der nicht auf dieses leidige Fest hinauslaufen würde...

Ganz vergessen: Im Radio läuft gerade zum abermilliardsten Mal Last Christmas. Hab ich schon gesagt, dass ich es nicht mehr hören kann? Und diese blöden Filme im Fernsehen gehen mir auch allmählich ordentich auf den Keks.

Liebes Weihnachten, wenn du einen Tag nach Heiligabend ins Haus eintrittst, sei also bitte darauf gefasst, dass ich nicht unbedingt bester Laune bin. Vielleicht bleibst du auch besser gleich ganz draußen, irgendjemand Anderes beschert dir sicherlich ein schöneres Fest.

Für heute jedenfalls ist meine Vorfreude auf das heilige Fest gleich Null. Mal sehen, ob sich das in den nächsten Tagen noch ändert.

In diesem Sinne: Hallelujah!

2.12.11 16:06


Das Schweigen der Lämmer

Reden ist silber, Schweigen ist gold. Wie gut kenne ich diesen Spruch, da ich mich selbst immer wieder zum Reden zwingen muss. Ja, es stimmt, wer schweigt, kann in der Menge untertauchen, wird unsichtbar neben all jenen, die sich den Mund fusselig reden. Oft genug habe ich mir das selbst bewiesen.

Schweigen ist jedoch niemals nur Gold. Mit Sicherheit ist es besser, anderen zuzuhören, wenn man nichts zu sagen hat. Die Frage ist jedoch: Gibt es Momente in denen der Mensch nichts zu sagen hat? Sollte man nicht zu jeder Sache eine Meinung haben? Ich bin der festen Überzeugung, dass es keine falschen Meinungen gibt, es gibt höchstens falsch begründete Meinungen. Um seine Ansichten zu vertreten, muss man allerdings den Mund öffnen, sagen, was einem auf dem Herzen liegt.

Warum aber enthalten sich so viele, nutzen nicht ihr gutes Recht? Es kann doch nicht sein, dass man in der Menge untergehen will. Wenn alle Schweigen, fällt man doch auch wieder auf! Paradox oder nicht, aber wenn nur eine einzige von hundert Personen in einem Raum redet, fällt diese oft weniger auf, als wenn alle redeten. Dementsprechend ist dieses Argument unsinnig. Auch der Gedanke, dass man nichts falsches sagen möchte, erschließt sich nicht, wenn man sich überlegt, dass die Meinung, die sich am Ende durchsetzt, auch die bestbegründedste ist. Zugegeben, das ist nicht immer der Fall. Der ein oder andere darf sich nun fragen, ob das vielleicht an der mangelnden Beteiligung des Einzelnen liegt, der durch seine eigene Meinung hätte ein Gegengewicht bieten können.

Schweigen scheint also etwas Ungesundes zu sein, dass nicht dem Wohle der Gemeinschaft dienen kann. Vermutlich erklärt das auch, warum die Menschen seit Jahrhunderten für Rede-,Presse- und Meinungsfreiheit gekämpft haben. In einigen Ländern auf der Erde ist diese immer noch nicht gewährt. Ich muss mich ehrlich fragen, warum man dieses neugewonnen, so wertvolle Gut nicht mehr wertschätzt.

Sei es nun auf dem Arbeitsplatz in einer Gruppe, in der sich nur ein Teil um die Lösung der Aufgabe bemüht, in der Schule, wenn der Unterricht stockt, weil sich keiner beteiligt, oder, politisch betrachtet, bei Wahlen, zu denen niemand seine Stimme abgibt.

Klar, Protestschweigen, um zu zeigen, dass man mit dem Geschehen nicht einverstanden ist, kennen wir alle. Davon hat jeder schon einmal gehört. Aber ganz ehrlich, ich kenne nicht ein nennenswertes Beispiel, in dem Protestschweigen irgendetwas gebracht hätte. Dabei habe ich es selbst schon mehrmals versucht.

Wer schweigt, der enthält sich dem Geschehen. Wer schweigt, ist sich keiner Schuld bewusst. "Ich habe diese Leute nicht gewählt" ist doch immer eine der beliebtesten Ausreden unserer Zeit. Klar, aber hat man auch dagegen gestimmt? Wenn man etwas nicht möchte, sollte man das doch sagen! Mag sein, dass es nicht immer etwas nützt, aber es ist doch weitaus hilfreicher, als stumm daneben zu stehen und die Klappe zu halten!

Ich bin nicht unbedingt ein Freund von zu vielen (und vor allem zu langen) reden. Manchmal ist es immer noch besser, zu schweigen, ganz nach dem Vorbild buddhistischer Mönche, einfach, um mal zur Ruhe zu kommen, auch seine eigenen Gedanken zu hören.

Auch sollte man gewiss nicht unüberlegt einfach drauflos reden(oder schreiben). Dennoch, bitte, wenn ihr die Möglichkeit habt, eure Meinung zu sagen, dann nutzt doch auch dieses Recht! Es liegt allein an uns, ob wir mit unserer Meinung etwas bewegen oder nicht!

23.11.11 11:18


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